Was ist NAT?
NAT erlaubt es vielen Geräten, sich eine einzige öffentliche IP-Adresse zu teilen. Das ist praktisch, erklärt aber auch viele Probleme mit Portfreigaben und Online-Spielen.
Kurz gesagt: NAT (Network Address Translation) übersetzt private Adressen deines Heimnetzes in die öffentliche Adresse deines Anschlusses und zurück. Dein Router erledigt das automatisch. Wie deine öffentliche Adresse lautet, siehst du auf der Startseite.
Warum gibt es NAT?
Es gibt nur rund 4,3 Milliarden IPv4-Adressen, aber weit mehr Geräte. Statt jedem Gerät eine eigene öffentliche Adresse zu geben, bekommt ein Haushalt eine. Die Geräte darin nutzen private Adressen wie 192.168.178.20, die nur im Heimnetz gelten. NAT verbindet beide Welten.
So funktioniert NAT
Wenn ein Gerät eine Verbindung ins Internet aufbaut, ersetzt der Router die private Absenderadresse durch die öffentliche und vergibt einen eigenen Port. In einer Tabelle merkt er sich, welche Verbindung zu welchem Gerät gehört:
| Gerät im Heimnetz | Intern (Adresse:Port) | Nach NAT (öffentlich) | Ziel |
|---|---|---|---|
| Laptop | 192.168.178.20:51234 | 203.0.113.42:40001 | 198.51.100.7:443 |
| Smartphone | 192.168.178.31:49822 | 203.0.113.42:40002 | 198.51.100.7:443 |
Beide Geräte erscheinen nach außen mit derselben Adresse. Kommt eine Antwort an 203.0.113.42:40001 zurück, weiß der Router anhand der Tabelle, dass sie zum Laptop gehört. Weil dabei meist auch Ports übersetzt werden, spricht man oft von PAT (Port Address Translation).
Arten von NAT
- Source NAT (Masquerading): Der Normalfall im Heimnetz. Ausgehende Verbindungen bekommen die öffentliche Adresse des Routers als Absender.
- Destination NAT (Portweiterleitung): Eingehende Verbindungen an einen bestimmten Port werden gezielt an ein Gerät im Heimnetz weitergeleitet, zum Beispiel an einen Server oder eine Kamera.
- CGNAT (Carrier-Grade NAT): Der Anbieter schaltet eine weitere NAT-Stufe vor und teilt sich eine öffentliche Adresse zwischen vielen Kunden. Verbreitet bei DS-Lite und im Mobilfunk. Mehr dazu im Vergleich IPv4 und IPv6.
NAT und Sicherheit
NAT blockiert nebenbei Verbindungen, die von außen nicht angefordert wurden, weil der Router nicht weiß, an welches Gerät er sie weiterreichen soll. Das ist aber kein gezielter Schutz. Verlass dich nicht darauf: Sicherheit kommt von einer aktiven Firewall, aktuellen Updates und Portfreigaben nur dort, wo du sie wirklich brauchst.
Typische Probleme und Lösungen
Da Geräte hinter NAT nicht direkt erreichbar sind, entstehen bestimmte Probleme:
- Heimserver, Kamera oder Fernzugriff: Von außen kommt keine Verbindung an. Richte eine Portfreigabe im Router ein. Bei der FRITZ!Box findest du sie unter „Internet“ → „Freigaben“ → „Portfreigaben“. Praktisch ist ein DynDNS-Dienst, falls sich deine öffentliche Adresse ändert.
- Online-Spiele und Videoanrufe: Direktverbindungen zwischen Spielern scheitern an strengem NAT. Hilfreich sind UPnP im Router, eine passende Portfreigabe oder die Nutzung von IPv6.
- Portfreigabe funktioniert trotz richtiger Einstellung nicht: Prüfe, ob dein Anschluss hinter CGNAT liegt. Ein Hinweis: Die vom Router angezeigte IPv4-Adresse liegt im Bereich
100.64.0.0bis100.127.255.255, oder sie weicht von der Adresse ab, die die Startseite zeigt.
Wenn CGNAT die Ursache ist, gibt es drei Wege: IPv6 nutzen, deinen Anbieter nach einer öffentlichen IPv4-Adresse fragen oder einen Dienst mit Portweiterleitung verwenden.
Häufige Fragen
Ist NAT eine Firewall?
Nein. NAT wurde erfunden, um Adressen zu sparen. Dass es unaufgeforderte Verbindungen von außen meist nicht durchlässt, ist ein Nebeneffekt. Für echten Schutz sorgt eine Firewall.
Warum kann ich keine Portfreigabe einrichten?
Häufig steckt CGNAT oder DS-Lite dahinter: Du teilst dir eine öffentliche IPv4-Adresse mit anderen Kunden, und der Anbieter lässt keine Weiterleitung zu. Hilfreich sind IPv6, eine öffentliche IPv4-Adresse beim Anbieter oder ein VPN-Dienst mit Portweiterleitung.
Was bedeutet „NAT-Typ streng“ bei Spielkonsolen?
Die Konsole kann nur schwer direkte Verbindungen zu anderen Spielern aufbauen. Das führt zu Verbindungsproblemen in Mehrspieler-Spielen. Bezeichnungen wie „Offen“, „Moderat“ und „Streng“ oder Typ 1 bis 3 unterscheiden sich je nach Plattform.
Brauche ich NAT bei IPv6?
Nein. IPv6 bietet genug Adressen für jedes Gerät. Geräte bekommen eigene öffentliche Adressen, und die Router-Firewall entscheidet, welcher Verkehr von außen durchkommt.