Kostenloses VPN: Risiken, seriöse Gratis-Optionen und Alternativen
Ein VPN kostenlos zu bekommen, klingt verlockend. Doch der Betrieb kostet Geld, und das muss irgendwo herkommen. Hier steht, worauf du achten solltest.
Kurz gesagt: Gratis-VPNs unbekannter Anbieter sind oft riskant, weil sie sich über Daten oder Werbung finanzieren. Einen seriösen Gratis-Tarif mit klaren Grenzen bietet unter den großen Anbietern Proton VPN. Für mehr Funktionen brauchst du einen Bezahltarif.
Wie finanzieren sich Gratis-VPNs?
VPN-Dienste brauchen Server, Bandbreite, Entwicklung und Support. Ist der Dienst kostenlos, kommt das Geld meist aus einem anderen Weg:
- Werbung: In der App werden Anzeigen eingeblendet. Manche verfolgen dich dabei mit Trackern.
- Datenverkauf: Nutzungsdaten werden ausgewertet oder an Dritte weitergegeben, also genau das, was ein VPN eigentlich verhindern soll.
- Verkauf von Bandbreite: In der Vergangenheit gab es Dienste, die Nutzer ohne deutliche Hinweise als Ausgangspunkte für fremden Datenverkehr einsetzten.
- Einstieg in den Bezahltarif: Der Gratis-Tarif ist begrenzt und soll zum Upgrade führen. Das ist die harmlosere Variante.
Die wichtigsten Risiken
- Datensammlung: Wer den Verkehr umleitet, sieht viel. Bei Gratis-Anbietern ist oft unklar, was damit geschieht.
- Schadsoftware und Tracker: Untersuchungen von Gratis-VPN-Apps haben immer wieder Tracker und teils bedenkliche Berechtigungen gefunden.
- Schwache Technik: Veraltete Protokolle, Lecks bei DNS oder IPv6 und fehlender Kill Switch. Details zu Lecks: IP-Adresse verbergen.
- Eingeschränkte Leistung: Datenlimits, langsame Server, wenig Standorte und eingeschränkte Geräteanzahl.
- Unklare Betreiber: Manche Apps verschleiern, wer dahintersteht und in welchem Land sie sitzen.
- Browser-Erweiterungen: Viele „VPN“-Erweiterungen sind nur Proxys und schützen nur den Browser.
Seriöse Gratis-Angebote
Unter den vier Anbietern im VPN-Vergleich hat nur Proton VPN einen dauerhaft kostenlosen Tarif. Er hat unbegrenztes Datenvolumen, zeigt keine Werbung und verlangt keine Kreditkarte. Die Grenzen sind klar: ein Gerät, Serverauswahl aus wenigen Ländern ohne freie Wahl und mittlere Geschwindigkeit. Die Apps sind quelloffen, der Sitz liegt in der Schweiz.
Zur Einordnung: Auch ein seriöser Gratis-Tarif ist ein Einstieg in den Bezahltarif. Das ist fair, solange die Bedingungen offen genannt werden. Bei Bezahlanbietern ohne Gratis-Tarif sind die Geld-zurück-Garantien eine Möglichkeit, risikolos auszuprobieren: NordVPN und ExpressVPN nennen 30 Tage, Mullvad 14 Tage.
So prüfst du ein Gratis-VPN
- Wer steckt dahinter? Gibt es ein Impressum mit echtem Unternehmen und Sitz?
- Wie finanziert sich der Dienst? Steht das offen in der Datenschutzerklärung?
- Welche Daten werden erfasst? Lies die Datenschutzerklärung und achte auf Weitergabe an Dritte.
- Gibt es externe Prüfungen? Audits und quelloffener Code erhöhen das Vertrauen.
- Welche Berechtigungen verlangt die App? Ein VPN braucht keinen Zugriff auf Kontakte oder Fotos.
- Funktioniert der Schutz? Teste mit der Startseite, ob IPv4 und IPv6 wirklich ersetzt werden, und mit dem Schnelltest.
Alternativen
- Mobile Daten statt öffentlichem WLAN: Der Datenverkehr läuft über dein Mobilfunknetz.
- Tor-Browser: Kostenlos und unabhängig, aber langsam und nur für den Browser.
- iCloud Private Relay: Auf Apple-Geräten mit iCloud+ schützt es Safari und Teile des App-Verkehrs.
- VPN am eigenen Router: Für den Zugriff auf das Heimnetz, siehe VPN fürs Homeoffice.
- Verschlüsseltes DNS und HTTPS: Sie schützen Namensabfragen und Seiteninhalte, wie unter Was ist DNS? beschrieben.
Wann reicht kostenlos, wann nicht?
Kostenlos reicht oft für gelegentliche Nutzung in fremden WLANs auf einem Gerät, wenn der Anbieter seriös ist.
Ein Bezahltarif lohnt bei mehreren Geräten, freier Serverwahl, Streaming oder dauerhaftem Schutz. Dann sind die Anbieter im VPN-Vergleich ein guter Startpunkt.
Häufige Fragen
Sind kostenlose VPNs sicher?
Das kommt auf den Anbieter an. Seriöse Gratis-Tarife großer Anbieter sind eher ein Einstieg in den Bezahltarif und deshalb begrenzt. Bei unbekannten Gratis-Apps ist die Gefahr groß, dass sie Daten sammeln, Werbung einblenden oder schlecht gesichert sind.
Woran erkenne ich ein unseriöses kostenloses VPN?
Warnzeichen sind ein unklarer Betreiber, keine nachvollziehbare Datenschutzerklärung, viele Berechtigungen in der App, aufdringliche Werbung, keine externen Prüfungen und Versprechen wie „100 % anonym“.
Reicht ein kostenloses VPN für den Alltag?
Für gelegentliche Nutzung in fremden WLANs oft ja, wenn der Anbieter vertrauenswürdig ist. Für Streaming, mehrere Geräte oder freie Serverwahl sind die Grenzen meist zu eng.
Was kann ich statt eines kostenlosen VPN nutzen?
Zum Beispiel mobile Daten statt öffentlicher WLANs, den Tor-Browser, bei Apple-Geräten iCloud Private Relay oder ein VPN am eigenen Router für den Heimzugriff.